Mai 182011
 

Kuba wird gerne das größte Automobil-Freilichtmueseum der Welt genannt. Denn auf der karibischen Insel fahren unzählige Oldies aus den 50er Jahren herum.

Chevrolets, Packards, Buicks oder Cadillacs mit ihren Haifischflossen prägen das Straßenbild und gehören ganz natürlich zum Alltag. In der vor-Castro-Zeit hat Kuba Autos aus den USA importiert. Man sagt sogar, das Land habe mehr Autos importiert, als jede andere Nation. Doch dann kam Castro und mit ihm ab 1961 das us-amerikanische Handelsembargo. Seitdem scheint zumindest was Autos anbelangt, die Zeit auf Kuba still zu stehen.

Etwa 450.000 Autos soll es derzeit auf Kuba geben, einige sogar noch aus den 1920er und 1930er Tagen. Sie werden gehegt und gepflegt, die Motoren auf der Straße repariert. Allerdings dürfen auch keine Ersatzteile ins Land eingeführt werden, und so sind die Kubaner sehr erfinderisch, was ihre Autos anbelangt. Das Ergebnis: Auf Kubas Straßen haben Oldtimer-Freunde einiges zu sehen und zu fotografieren.

Wurden Autos nach 1959 importiert, so kamen sie aus Polen, Rumänien oder Russland. Man findet allerdings auch neuere Mercedes, Toyotas oder Citroëns. Allerdings dürfen Kubaner nicht einfach eines dieser Autos kaufen. Anspruch auf ein eigenes Auto haben im Regelfall nur Künstler, Sportler, Politiker und einige Ausnahmen mehr. Darum ist auf Kuba die Nachfrage nach Taxen als Transportmittel besonders hoch – und viele Kubaner bieten eine Fahrt in ihrem Oldtimer gegen Geld an. Touristen dürfen offiziell nicht damit fahren, viele tun es trotzdem – der Reiz ist zu hoch, die Strafe recht gering: Wird ein privates Taxi mit Touristen von der Polizei angehalten, müssen die Touristen an Ort und Stelle aussteigen.

Text und Foto von Bettina Blaß

Die Autorin
Bettina Blaß arbeitet als selbstständige Wirtschafts-Journalistin in Köln. Zudem veröffentlicht sie Erlebnisse und Fotos ihrer Reisen. www.wirtschaft-verstehen.de